Saphenability Nachhaltigkeits-Programm

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Seit April 2022 begleiten wir im Auftrag der Saphenus Medizintechnik GmbH unter dem Label „Saphenability“ vier Unternehmen und Start-Ups dabei, ihr Nachhaltigkeitsprogramm zu formulieren. In ihrem Nachhaltigkeitsprogramm formulieren Unternehmen 5-10 Ziele mit Kennzahlen, die mit anspruchsvollen Geschichten und einem Carbon Footprint begleitet werden. In Folge werden die Nachhaltigkeits-Daten durch jährliche Nachhaltigkeitsberichte weiterverfolgt. Wichtig ist uns dabei, dass Indikatoren für das Monitoring der nachhaltigen Entwicklung aus konkreten Zielen des Unternehmens abgeleitet werden. Klimaneutralität gilt als das große Ziel!

Die Unternehmensgruppe

Die Unternehmensgruppe setzt sich zusammen aus dem Wiener Neustädter Accelerator “accent“, zwei der begleiteten Projekte “Blue Planet Ecosystems” und “Yuniti”, sowie dem oberösterreichischen Biohof “Speck-Alm“.

In einem systemischen Prozess wird auch eine Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt. Für accent erwies sich zum Beispiel SDG 8 als äußerst relevant. Dabei handelt es sich um nachhaltiges Wirtschaftswachstum und menschenwürdige Arbeit für alle, aber auch die Geschlechtergleichstellung, oder die Bekämpfung des Klimawandels führten zu gesetzten Zielen und Indikatoren.

Die bunte Gruppe sorgte für eine Reichhaltigkeit der Ideen und Perspektiven. Yuniti konnte von ihren Vorhaben zur Kreislaufwirtschaft berichten. Rest und Abschnitte aus dem Holzbau sollen für neue Produkte verwendet werden.

Bei der Speck-Alm stießen wir mit ihrem umfassenden Angebot von landwirtschaftlichen Produkten (Rinder, Schweine, Brot und Most) zum Verkauf im Hofladen und der eigenen Gastronomie, dem Zukauf von Bio-Produkten von Höfen aus der Nachbarschaft, und einem Weiterbildungsangebot für jung und alt auf regen Diskussionsbedarf zum Thema Carbon Footprint und dessen Referenzwert: Wie wird der Carbon Footprint des gesamten Hofes auf die verschiedenen Produkte aufgeteilt?

Als typisches, bürobasiertes Unternehmen musste das Team von accent erfahren, wie schweirig es manchmal ist Daten zu erheben. Wie hoch ist der jährliche Strom- oder Heizungsbedarf im gemieteten Büro? Wo kann der Carbon Footprint reduziert werden? Üblicherweise schlagen Mobilität und Ernährung der Mitarbeiter*innen stark zu buche. Oder wie misst man die eigene Wirkung der Beratungsangebote von accent?

Das Nachhaltigkeits-Programm

Die Methodik folgt dabei dem im Rahmen des vom Austrian Chapter des Club of Rome in Zusammenarbeit mit dem UniNEtZ-Projekt entwickelten Wellbeing-Projekts. Der Ablauf umfasst vier Module, deren Ablauf hier zusammengefasst wird:

Erster Schritt ist ein Workshop mit allen an der Erarbeitung des Nachhaltigkeitsberichts beteiligten Personen. Aus einer Footprint-Perspektive wird ein gemeinsames, umfassendes und systemisches Verständnis für die Herausforderungen und Ihrer eigenen Rolle zum Thema „Nachhaltigkeit“ hergestellt (im Sinne der Doughnut-Ökonomiesowie der Gemeinwohlökonomie) und die Herausforderungen Ihres Unternehmens im Rahmen der Agenda 2030 verdeutlicht.

Auf dieser Grundlage werden persönliche und gemeinsame Ziele in Form von Zukunftsbildern und Geschichten formuliert. Dabei wird die Erreichung von den 169 „Targets“ der globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs) sowie den Feldern der Gemeinwohlmatrix geleitet. Daraus abgeleitete Leitindikatoren müssen (ähnlich wie die Methodik des Carbon Footprint) auf unterschiedlichen Ebenen (vom einzelnen Menschen bis zur Welt als Ganzes) anwendbar sein und es ermöglichen, den jeweiligen Beitrag zur (Nicht-)Erreichung der Ziele zu beschreiben. Dabei werden die entwickelten Ziele quantifiziert: Wie kann ich wissen, ob wir dem Ziel näherkommen?

Auch ein Besuch des Teams an den jeweiligen Standorten und eine individuelle Beratung lassen fachliche Expertise von über 20 Jahren Nachhaltigkeitsforschung am SERI Institut und Know-How vom österreichisches Footprint Netzwerk miteinfließen.

Das Nachhaltigkeitsprogramm, also die Ergebnisse der vorangegangenen Schritte und die 5-10 festgelegten Ziele inklusive Stories, Indikatoren und sonstigen Visualisierungen, werden in diesem Arbeitsschritt zusammen mit dem Footprint als Dokument zusammengefasst, welches an die Stakeholder kommuniziert, sowie auf deren Basis ein erster Nachhaltigkeitsbericht erarbeitet werden kann.

Den Abschluss bildet ein Event aller Beteiligter, bei dem die Konzeption, die Indikatoren und die Ergebnisse vorgestellt werden. Die Ziele des Unternehmens werden dabei mit internen und externen Stakeholdern besprochen und die für das Unternehmen wesentlichen Aspekte verdeutlicht. Die Nachhaltigkeits-Programme werden am 24. November in Wien präsentiert: https://cooppa.at/anmeldung-saphenability-1/

Vorgängig ist auch SAPHENUS selbst den Weg zum Nachhaltigkeitsprogramm gegangen, welches hier beschrieben wird.

Doch der Prozess entwickelt sich laufend weiter. Derzeit laufen zwei Forschungsprojekten mit der Beteiligung der BOKU, der Angewandten und der Universität Salzburg, um den Wellbeing-Prozess mit einem systemdynamischen Ansatz für Österreich und auch für Regionen weiterzuentwickeln. Dabei handelt es sich um ein StartClim-Projekt zur Messung der Anpassung an den Klimawandel und um das Projekt SDGVisionPath.

Mehr zu den Transformations-Workshops: https://cooppa.at/transformations-workshops/

Beitrag von cooppa, 27. September 2022

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