Klimastreik: 5 Gründe, auf die Straßen zu gehen

Beitrag teilen

Es ist wieder so weit: Am 23. September gehen wir mit Fridays for Future für eine gerechte und ökologisch nachhaltige Welt auf die Straße. Aber was bringt das überhaupt? Im Angesicht der Klimakrise fühlen wir uns schnell bedeutungslos. Das Überschreiten entscheidender Kipppunke wie der Grönland-Eisschmelze scheint größer zu sein als wir selbst. Entsprechende politische Handlungen, wie die Energiewende, liegen scheinbar außerhalb unseres Wirkungsbereichs. Warum also das Ganze? Hier sind 5 gute Gründe, den Kopf nicht in den Sand zu stecken und kommenden Freitag mit Fridays for Future die Straßen zu stürmen.

1. Sozialer Wandel geschieht bottom-up

Die fundamentalen Veränderungen im Gesellschaftssystem entstanden fast immer aus einer Bottum-up Bewegung. Sie kamen von Menschen der Zivilgesellschaft, die ihre Anliegen unerbittlich durch Aktivismus auf die politische Agenda gespült haben. Durch Proteste, durch Tabubrüche, durch Rebellionen. Das Wahlrecht der Frau, die Abschaffung der Sklaverei in den USA oder der Salzmarsch Ghandis in Auflehnung gegen die britische Kolonialherrschaft. In all diesen Protesten ist natürlich bis heute nicht das letzte Wort gesprochen: Frauen und Männer sind bei weitem nicht gleichberechtigt, die USA hat ihre Sklaven schlussendlich nur in andere Länder externalisiert und die Folgen der Kolonialzeit spalten nach wie vor unsere Welt in einen globalen Norden und einen globalen Süden. Trotzdem zeigen die Errungenschaften ziviler Proteste die Kraft, die von uns allen ausgeht.

2. Fridays for Future hat viel erreicht

Was eine Person schaffen kann, sehen wir an Greta Thunberg. 2018 setzt sich die damals 15-Jährige jeden Freitag mit einem Schild vor das schwedische Parlament und streikt für eine bessere Zukunft. Eine neue Ära der Umweltbewegung beginnt. Nicht, weil Greta alleine vor dem Parlament saß, sondern weil sie damit Massen mobilisiert hat. Die Art, wie wir über das Klima sprechen, verändert sich fundamental. Der Klimawandel wird zur Klimakrise, Extremwetterereignisse schaffen es weltweit auf die Titelblätter. Der Green Deal, die UN Klimakonferenz, weltweit organisierte Klimaproteste oder die geplante (wenn auch späte) Energiewende wären ohne die Schüler:innenbewegung nicht denkbar.

3. Wir haben eine Welt zu gewinnen – und es ist noch nicht zu spät

Es ist noch lange nicht alles verloren. Der neue Bericht des Club of Rome „Earth for All“ zeigt uns in aller Deutlichkeit: Für die notwendige sozial-ökologische Transformation ist es noch nicht zu spät. Aber: Wir müssen schnell handeln, wir müssen drastisch handeln und wir müssen bereit sein für tiefschürfende Veränderungen. Das Interview mit „Earth 4 All“-Projektleiter Till Kellerhoff gibt es übrigens hier zu lesen.  

4. Die Hebel liegen in unserer Hand

Zu unserem Glück gibt es internationale Zusammenschlüsse an Klimaforschenden (der prominenteste davon ist der International Panel on Climate Change, IPCC) die genau wissen, was zu tun ist. Sie kennen die Hebel der Klimakrise und fassen sie sogar einfach verständlich für politische Entscheidungsträger:innen zusammen. In der Klimakrise ist zwar vieles fürchterlich kompliziert, aber eines ist ziemlich einfach: Lobbyinteressen und Steuerparadiese für Superreiche werden über kurz oder lang dazu führen, dass wir unsere Lebensgrundlage an die Wand fahren. Die reichsten 1% haben zwischen 1990 und 2015 doppelt so viel emittiert, wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Du wirst wütend? Gut!

5. Die Bewegung braucht dich

Margarete Stokowski schreibt in ihrem Buch Untenrum frei die klugen Worte: „Wut ist nicht dasselbe wie Hass. Hass will Zerstörung, Wut will Veränderung. Hass ist destruktiv, Wut ist produktiv.“ Wir sollten alle unsere Wut auf träge Politiker:innen zusammentragen und damit über den Asphalt der Straßen zu Veränderung aufrufen. Wie überall ist auch die Klimabewegung erst dann eine Bewegung, wenn viele mitmachen. Wären die 1,8 Millionen Klimaaktivist:innen bei dem ersten Klimastreik 2019 zuhause geblieben, würden wir heute bei Null anfangen. Darum sei wütend und sei laut und vor allem: Sei dabei!

Beitrag von Olivia Leth, 22. September 2022

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.