Coronavirus – Appell: Katastrophe in Flüchtlingslagern verhindern

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(29.03.2020) Am 12. März hat eine Gruppe von Wissenschafter*innen (Jörg Flecker, Ruth Simsa, Emmerich Tálos, Ruth Wodak und Alexander Behr) einen offenen Brief an Bundeskanzler Kurz und Innenminister Nehammer veröffentlicht, mit der Forderung, dass Österreich sich an der Aufnahme von Geflüchteten beteiligt, der von zahlreichen Persönlichkeiten aus Kultur, Justiz, Politik und Wissenschaft unterschrieben wurde. In den letzten Tagen und Wochen hat sich die Situation wegen der drohenden Corona-Gefahr dramatisch zugespitzt, weshalb sich die Initiative jetzt mit einem Kurzvideo zu Wort gemeldet hat:

In der aktuellen Presseaussendung heißt es dazu:

„Mitte März haben Wissenschafter, Künstler, Juristen und Vertreter von NGOs in einem Offenen Brief an Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) appelliert, die Aufnahme von Geflüchteten aus griechischen Lagern zu ermöglichen. In einem Video rufen sie nun zur „Evakuierung der Flüchtlingslager auf den griechischen Inseln auf, um eine Katastrophe inmitten der Covid 19-Pandemie zu verhindern“.

Rund 6.000 Personen haben den Aufruf bisher unterzeichnet, erklärte der Politikwissenschafter Alexander Behr von der Universität Wien in dem am Sonntag auf YouTube veröffentlichten Video. Er hat mit Jörg Flecker, Ruth Simsa, Emmerich Tálos und Ruth Wodak den Offenen Brief initiiert, der von Autoren und Künstlern wie Elfriede Jelinek, Michael Köhlmeier, Monika Helfer, Robert Menasse, Cornelius Obonya, Elisabeth Orth und Ilja Trojanow und Personen des öffentlichen Lebens wie Barbara Coudenhove-Kalergi, Irmgard Griss, Alfred Noll und Clemens Jabloner unterzeichnet wurde.

Mit der Corona-Krise habe sich die Lage an der Grenze zwischen der Türkei und Griechenland sowie auf den griechischen Inseln „dramatisch verschärft“, betonte Behr gegenüber der APA unter Verweis auf die über
42.000 Menschen, die sich „unter entsetzlichen Bedingungen in den völlig überfüllten Lagern auf den griechischen Inseln befinden“. Um die Ausbreitung von Corona zu verhindern, sei es dringend notwendig, Distanz zu anderen zu halten und sich regelmäßig die Hände zu waschen. Doch dies sei in den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln schlicht unmöglich. So müssten sich im Lager Moria auf der Insel Lesbos 1.300 Menschen einen Wasserhahn teilen.

„Unsere Solidarität darf nicht vor Grenzen Halt machen“, so Behr in den Video. Normalerweise wären nun viele Tausende auf der Straße, „doch angesichts der aktuellen Situation müssen wir unsere Forderungen auf andere Weise Nachdruck verleihen: An die gesamte österreichische
Regierung: Nehmen Sie diese dringenden Appelle zur Evakuierung der Flüchtlingslager auf den griechischen Inseln auf, um eine Katastrophe inmitten der Covid 19-Pandemie zu verhindern.“

Passend zum Thema:

Am 30. März findet zudem ein Webinar „Greek Refugee Camps and the Covid-19 Crisis“ statt. Mit dabei sind Katerina Anastasiou von transform! europe, Gabriel Sakellaridis (Director von Amnesty International Greece) und Iasona Apostolopoulos (Aktivist der zivilgesellschaftlichen Rettungsmission Mediterranea:saving humans). Link

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