Vernetzung der Wandelnetzwerke – Interview

(cooppa, Fritz Hinterberger, 20.11.2017) Am Ende der Veranstaltung „Vernetzung der Wandelnetzwerke“ haben uns Doro Erharter (Initiative Zivilgesellschaft) und Hansi Herzog (steiermark.gemeinsam.jetzt und Art of Cooperation) etwas über das Treffen und ihre Vorhaben für die Zukunft erzählt. Mehr zur Veranstaltung gibt es im Beitrag „Besser gemeinsam wirksam werden“.

Was ist die letzen beiden Tage hier passiert?

Doro Erharter:
Wir haben uns für diese zwei Tage getroffen, um ein gemeinsames zivilgesellschaftliches Netzwerk zu gründen. Der Gedanke dazu entstand, als vor einem Jahr eine Organisation aus dem Gemeinwohlökonomie-Umfeld sich bei uns, der „Initiative Zivilgesellschaft“, gemeldet hat – mit der Absicht, eine zivilgesellschaftliche Initiative zu starten. Da es ebenfalls um ein Netzwerk für gesellschaftlichen Wandel ging, haben wir beschlossen zu kooperieren. Inzwischen sind in diesem Jahr weitere Stakeholder dazugekommen: Initiativen und Organisationen, denen es auch um das Gleiche geht. Wir versuchen also jetzt, ein großes, Österreich umspannendes, Netzwerk für gesellschaftlichen Wandel zu gründen.

Hansi Herzog:
Ich war Teil des Organisationteams und freu mich, dass wir jetzt zwei Tage intensiven Prozesses hinter uns haben, in dem viele Menschen, viele Organisationen zusammengekommen sind, um über das gemeinsame Anliegen eines Starken Wirs zu sprechen, zu diskutieren, zu planen und zu überlegen.

Wir haben eine gute Mischung gehabt aus verschiedenen Prozessen: Sammeln, Träumen, Realisieren, wir haben geplant, entschieden und gefeiert!

Doro:
Das für mich heute Wichtigste ist, dass wir uns auf einen gemeinsamen Namen geeinigt haben. Ich finde, das hat sehr viel Kraft, weil es unser Commitment zeigt. Oft ist es so, dass die Diskussionen sehr lange dauern: was ist die Mission, was sind die Werte? Ich leide dann immer, denn ich bin ein sehr ungeduldiger Mensch. Für mich ist es heute also ganz wichtig gewesen, dass wir einen gemeinsamen Namen haben, auch wenn der vorläufig ist: „das Wandelnetzwerk“. Jetzt gibt es dieses Commitment, und damit habe ich auch wieder Hoffnung. Das ist dann für mich so wie Dach über dem Ganzen, und darunter kann man jetzt ausbauen!

Hansi:
Wie geht es weiter? Es sind verschiedene Arbeitsgruppen entstanden, diese werden jetzt weiterarbeiten und im März 2018 wird es die nächste Veranstaltung geben. Wir werden weiterhin sehen, welche anderen Initiativen es noch gibt, und diese einladen, denn wir sind natürlich nicht alleine. Das Ganze ist dynamisch – Schritt für Schritt dürfen wir uns weiterentwickeln.

Was mir persönlich ganz wichtig ist: es ist auch eine Arbeitsgruppe zur Organisationsentwicklung entstanden, in dieser möchten wir den Prozess der Entwicklung jetzt Schritt für Schritt professionalisieren, sodass wirksam ein starkes Wir entstehen kann.

Blicken wir in die Zukunft – nach 2020. Wo sehr ihr euch in drei Jahren?

Hansi:
In drei Jahren werden wir schon das starke Lösungsnetzwerk, das Wandelnetzwerk aufgebaut haben. Dann haben wir schon verschiedene Strukturen etabliert, die wir brauchen, damit wir als BürgerInnen als Wandelgesellschaft, als Zivilgesellschaft unsere Interessen gut vertreten können. 2020 haben wir das schon schrittweise geschafft und haben einzelne Anliegen wirklich umgesetzt. Zum Beispiel haben wir dann die direkte Demokratie und eine starke Kommunikationsplattform.

Doro:
Im November 2020 sehe ich uns als eine große Organisation, oder besser: eine kleine Organisation mit sehr vielen Mitgliedern. Wir haben dann eine Stelle, die das Ganze koordiniert, und die auch finanziert ist, die abstrahlt, die die verschiedensten Player und Arbeitskreise koordiniert. Und wir haben eine Webplattform, über die auch Vernetzung stattfindet.

Wenn Entscheidungsträger aus der Politik dann wissen möchten, was die Haltungen und Meinungen der Zivilgesellschaft zu einem Thema sind, werden sie die Möglichkeit haben, sich an uns zu wenden.

Wir finden dann innerhalb einer Woche mittels Systemischen Konsensierens die gemeinsamen Positionen und können dann antworten: „95% der Zivilgesellschaft sehen das so und so“.

Mehr zur Veranstaltung „Vernetzung der Wandelnetzwerke“ gibt es im Beitrag „Besser gemeinsam wirksam werden“.

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