Wochenschau #8

(cooppa, Zusammenstellung: Manfred Ronzheimer, 17.09.2018)

News und Termintipps aus der Cooppa-Redaktion zu den Themen Nachhaltigkeit, Transformation und Zukunftsgestaltung

Themen: 

  • Neue Ko-Präsidentinnen des CLUB OF ROME
  • Grüne Chemie an der TU Berlin
  • Nachhaltigkeit im Deutschen Bundestag
  • „Vorpommern Connect“ realisiert nachhaltige Wertschöpfungsketten
  • Solarpotenzial der Stadt Berlin
  • Der 12. Netzwerk21Kongress 2018

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Neue Ko-Präsidentinnen des CLUB OF ROME International

Im Rahmen der internationalen Jahreskonferenz des CLUB OF ROME wurden am 16. Oktober 2018 mit Sandrine Dixson-Declève und Mamphela Ramphele erstmals zwei weibliche Ko-Präsidentinnen gewählt. Sie folgen den beiden Ko-Präsidenten Anders Wijkman und Ernst-Ulrich von Weizsäcker. Als Mitglied des Executive Committee (Vorstand) des CLUB OF ROME wurde auch Petra Künkel gewählt. Sie ist auch Mitglied der Deutschen Gesellschaft CLUB OF ROME.

Mehr hier: https://www.clubofrome.org/2018/10/17/new-co-presidents-of-the-club-of-rome/

Am 17. und 18. Oktober fand in Rom die große Jubiläumsverstaltung mit 400 Teilnehmern statt.
Mehr hier: http://www.clubofrome.org/wp-content/uploads/2018/10/Club_Of_Rome_50th_Anniversary_Rome.pdf

Zum Bericht der Tagesschau über die Tagung:
http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-460595.html

Die Warnungen aus den 70er Jahren haben nach Ansicht des Club of Rome heute weiterhin Gültigkeit. https://www.clubofrome.org/2018/10/20/gloomy-1970s-predictions-about-earths-fate-still-hold-true/

Ein neuer Report des Club of Rome („Transformation is Feasable“) zeigt aber auch die Möglichkeiten zum Umsteuern auf:
https://www.clubofrome.org/2018/10/18/transformation-is-feasable-a-new-report-to-the-club-of-rome/


Grüne Chemie an der TU Berlin

Am 02.10.2018 sprach Anders Wijkman, Vizepräsident der Nachhaltigkeitsorganisation „Club of Rome“, an der Technischen Universität Berlin über Lösungen für globale Herausforderungen. Wijkman geht es heute vor allem darum, den ökologischen Fußabdruck zu verkleinern. Die Wirtschaft müsse zwar wachsen können, jedoch ohne immer mehr Treibhausgase auszustoßen.

Anders Wijkman stellte in seinem Vortrag an der Universität Thesen aus seinem neuen Buch „Come on!“ vor. Drastisch beschreibt er darin die Folgen des unverantwortlichen Umgangs mit den gegebenen Ressourcen. Er zeigte jedoch auch optimistische Beispiele für einen nachhaltigeren Umgang auf. Dabei müsse sich nicht nur die Erzeugung von Energie ändern, auch andere Industrien habe die Organisation hier im Blick. Mehr als 20 Prozent der weltweiten Schadstoffe entstehen etwa bei der Herstellung von Zement, Stahl, Aluminium und Plastik. Hier seien neue Produktionsmethoden gefragt.

Wie die Chemie ihren Teil dazu beitragen kann, erläuterte Prof. John Warner – der Begründer der „Grünen Chemie“ setzt sich für nachhaltigere Prozesse und Produkte in der chemischen Industrie ein. Er ist Mitglied im Beirat der an der TU Berlin geplanten Chemical Invention Factory (CIF). Der Beirat kam am Tag der Veranstaltung erstmalig vollständig in Berlin zusammen. Er ist hochkarätig besetzt mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft und Industrie, darunter Nobelpreisträger Ben Feringa und „Vater des Internets“ Vinton Cerf.

Chemie soll nachhaltiger werden – die TU Berlin geht mit innovativer Forschung und Start-ups der „Grünen Chemie“ voran

Mehr hier:
https://idw-online.de/de/news702940


Nachhaltigkeit im Deutschen Bundestag

Fachgespräch zu den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen

Fragen der Standardisierung der sogenannten Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen (SDGs), der Nachhaltigkeitsziele, standen im Mittelpunkt eines öffentlichen Fachgesprächs des Parlamentarischen Beirats für nachhaltige Entwicklung am Mittwoch, 17. Oktober 2018 unter Leitung von Dr. Andreas Lenz (CDU/CSU). Gesprächspartner der Beiratsmitglieder warenLorenza Jachia von der Wirtschaftskommission der Vereinen Nationen für Europa (United Nations Economic Commission for Europe, UNECE) und Sibylle Gabler vom Deutschen Institut für Normung.

Weitere Infos und Videoaufzeichnung der Veranstaltung:
https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2018/kw42-pa-beirat-nachhaltigkeit/573440

Deutschland für Umset­zung globaler Nach­hal­tig­keitsziele gut aufgestellt

Deutschland ist nach Ansicht einer Internationalen Peer Review Gruppe unter Leitung der ehemaligen Premierministerin von Neuseeland, Helen Clark, für eine ambitionierte Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) gut aufgestellt. Allerdings sei noch viel zu tun, um einen erfolgreichen deutschen Weg hin zu Nachhaltigkeit zu gestalten, heißt es in dem 2018 fertiggestellten Peer Review Bericht, der die Grundlage eines öffentlichen Fachgespräches des Parlamentarischen Beirats für nachhaltige Entwicklung unter Vorsitz von Dr. Andreas Lenz (CDU/CSU) am Mittwochabend, 10. Oktober 2018, war. Die geladenen Sachverständigen des Gesprächs waren:
Karl Falkenberg, Sonderberater für nachhaltige Entwicklung beim Europäischen Zentrum für politische Strategie (EPSC)
Jan-Gustav Strandenaes, unabhängiger Berater (Norwegen)
Prof. Dr. Günther Bachmann, Generalsekretär des Rates für Nachhaltige Entwicklung

Mehr hier:
https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2018/kw41-pa-beirat-nachhaltige-entwicklung/569240
https://www.bundestag.de/presse/hib/-/572900


Vorpommern Connect“ realisiert nachhaltige Wertschöpfungsketten zwischen Stadt und Land

Im August 2018 ist das Projekt „VoCo – Vorpommern Connect – Nachhaltige Stadt-Land-Wertschöpfungsketten bewerten und gestalten“ gestartet. Daran beteiligt sind die Universität Greifswald, die Michael Succow Stiftung, die Universitäts- und Hansestadt Greifswald sowie die Landkreise Vorpommern-Greifswald und Vorpommern-Rügen. Das Vorhaben wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) über fünf Jahre mit rund 2,5 Millionen Euro innerhalb der Fördermaßnahme „Stadt-Land-Plus“ gefördert.

Ziel der Fördermaßnahme „Stadt-Land-Plus“ ist, durch Stärkung der Stadt-Land-Beziehungen eine integrierte nachhaltige Entwicklung von Regionen zu erreichen. Im Mittelpunkt des VoCo-Projekts steht die Universitäts- und Hansestadt Greifswald als ein wachsendes Mittelzentrum in einer von Schrumpfung geprägten ländlichen Region. Greifswald und die Region Vorpommern stehen damit stellvertretend für kleine urbane Wachstumszentren in ländlichen Räumen Deutschlands, in denen immerhin rund die Hälfte der Gesamtbevölkerung leben. Aufgabe des VoCo-Projekts ist, übertragbare Konzepte und Modelle zu entwickeln. Diese sollen zeigen, wie in solchen Regionen Nutzungskonflikte bezüglich Biodiversität und Umweltschutz zwischen Stadt und Umland entschärft und die Lebensverhältnisse in Stadt und Umland im Einklang miteinander entwickelt werden können.

Weitere Informationen:
https://www.fona.de/de/vorpommern-connect-voco-nachhaltige-wertschoepfung-in-der-region-23871.html


Solarpotenzial der Stadt Berlin

Eine Studie der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin hat geeignete Photovoltaik-Flächen in Berlin ermittelt und Schwierigkeiten identifiziert. Der Analyse zufolge wird die Stadt ihre Energie- und Klimaschutzziele nicht einhalten können, wenn die Politik den Photovoltaik-Ausbau nicht stärker lenkt.

Das Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm 2030 sieht die Entwicklung des Masterplans Solarcity vor, dessen Leitlinie es ist, ein Viertel der Stromversorgung Berlins durch Solarenergie zu decken. Heute erzeugen die Berliner Solaranlagen knapp ein halbes Prozent der in der Stadt benötigten Energie. „Um den heutigen Stromverbrauch Berlins zu einem Viertel mit Solarenergie zu decken, müssten wir ab sofort jedes Jahr so viele Anlagen neu bauen, wie wir insgesamt in den letzten 20 Jahren errichtet haben“, erläutert Volker Quaschning, Professor für Regenerative Energiesysteme an der HTW Berlin. „Das ist eine Steigerung um den Faktor zehn.“ Es sei wahrscheinlich, dass der Stromverbrauch zum Beispiel durch Elektromobilität weiter ansteige.

Viele Dachflächen wären für eine Photovoltaik-Anlage geeignet. Insgesamt könnte eine Leistung von bis zu 10 Gigawatt installiert werden. Etwas mehr als die Hälfte befindet sich auf Wohngebäuden, vor allem auf Mehrfamilienhäusern. Geeignete Dachflächen von Gebäuden mit Gewerbenutzung haben einen Anteil von 35 Prozent. „Wir waren überrascht, dass nur knapp zehn Prozent der potenziellen Flächen auf den öffentlichen Gebäuden zu finden ist“, sagt Prof. Dr. Quaschning.

Mehr hier:
https://idw-online.de/de/news703682


Der 12. Netzwerk21Kongress 2018

Am 10. und 11. Oktober trafen sich kommunale Nachhaltigkeitsakteure aus dem gesamten Bundesgebiet in Dessau-Roßlau zum 12. Netzwerk21Kongress. Das gesamte Programm zum Kongress finden Sie hier.

Der Kongress lud Vertreter*innen aus Zivilgesellschaft, Verwaltungen, Politik, Kirchen, Wissenschaft und Wirtschaft dazu ein, die konkrete Umsetzung der weltweiten Ziele für nachhaltige Entwicklung in Städten und Gemeinden in Deutschland zu diskutieren und bot zu diesem Thema an beiden Kongresstagen zahlreiche Fortbildungsmöglichkeiten an.

Unter dem Motto BAUHAUS DER LEBENSSTILE – SDGs ALS CHANCE wurden unter anderem folgende Themen behandelt: Besondere Herausforderungen von Städten mit weniger als 100.000 Einwohnern in einer globalisierten Welt, Bevölkerungsrückgang und demografischer Wandel, Stadt-Umlandbeziehungen, Ecodesign als Modell für nachhaltige Lebensstile und Chancen für neue Geschäftsmodelle, Geschichte der Nachhaltigkeit am Beispiel der UNESCO Welt(kultur)erbestätten.

Die festliche Verleihung des ZeitzeicheN-Preis 2018 fand am 10. Oktober 2018 im Hörsaal des Umweltbundesamtes statt. Der ZeitzeicheN-Preis 2018 wurde in mehreren Kategorien vergeben. Für die Preisverleihung nominiert ware insgesamt 20 Projekte aus folgenden Kategorien:
Bildung und Kommunikation für eine nachhaltige Entwicklung
Nachhaltige Stadt-, Gemeinde- und Regionalentwicklung
Nachhaltig produzieren und konsumieren
Internationale Partnerschaften
Kunst und Kultur für eine nachhaltige Entwicklung
Der Preis ist mit insgesamt 10.000 € dotiert.

Im Hörsaal des Bundesumweltamtes wurden die Preisträger*innen in fünf Kategorien ausgezeichnet:

Kategorie „Bildung und Kommunikation für eine nachhaltige Entwicklung“ 

Bildungscent e.V. — KursWechsel
Im Projekt »KursWechsel« setzen Schüler*innen Meeresverschmutzung durch Plastik auf den Lehrplan. Der Verein BildungsCent setzt sich damit bundesweit für eine neue, nachhaltige Lehr- und Lernkultur ein und organisiert unter anderem Workshops, in denen Schüler*innen überlegen, wie Nachhaltigkeitsthemen in den Schulalltag einbezogen werden.
Weitere Infos zur Initiative:
http://kurswechsel.bildungscent.de/

Kategorie „Nachhaltige Stadt-, Gemeinde- und Regionalentwicklung“

Landkreis Schweinfurt – Innenentwicklungskonzept Alternative „Ortskern“ Schweinfurt
Mit dem Innenentwicklungskonzept setzt sich der Landkreis Schweinfurt für lebendige Ortsmitten ein. Ziel des Innenentwicklungskonzepts ist es, den Ortskern als echte Alternative zum Neubaugebiet zu etablieren.
Weitere Infos zur Initiative:
http://www.innenentwicklung-schweinfurter-land.de

Kategorie „Nachhaltig produzieren und konsumieren“ 

Enactus Aachen e.V. — reBubble / SecondLight
Das Upcycling-Projekt reBubble verarbeitet in einer Aachener Behindertenwerkstatt Hotelseifenreste zu neuen Hartseifenstücken und vertreibt diese im regionalen Einzelhandel. So verbindet das Projekt unternehmerisches Handeln mit sozialem und ökologischem Nutzen. Bei SecondLight werden Kerzenwachsreste aus Restaurants oder Kirchen von Miarbeiter*innen einer Aachener Behindertenwerkstatt in Handarbeit zu neuen, individuellen Kerzen verarbeitet.
Weitere Infos zu den  Initiativen:
http://rebubble.de
http://enactus.de/aachen/blog/project/secondlight

Kategorie „Internationale Partnerschaften“ 

Verein für ökologisches Bauen Leipzig e. V.
Der Verein widmet sich seit 1990 der Wissensvermittlung rund um das Thema ökologisches Bauen. Ein wichtiges Herzstück des Vereins ist die seit über zwölf Jahren bestehende Zusammenarbeit zwischen der Caritas-Diözese Timisoara in Rumänien und dem Verein in Leipzig.
Weitere Infos zur Initiative:
http://www.voeb-leipzig.de

Sonderkategorie 2018 „Kunst und Kultur“ 

Remida – das kreative Recycling Centro
Remida steht für die Idee, dass Materialien, die in Industrie, Handel, Handwerk und Gewerbe abfallen, Ressourcen für kreativ-künstlerisches Arbeiten in sozialen und Kultureinrichtungen sind. Es weckt das Bewusstsein für Materialreichtum, bietet  Ausstellungen, Workshops und Seminare und verbindet auf phantastische Weise Kreativität, ästhetische Bildung und Nachhaltigkeit. 
Weitere Infos zur Initiative:
http://www.remida.de

Quelle: https://www.netzwerk21kongress.de/zeitzeichen/zeitzeichen-2018/preistraeger/

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