Wandel ahoi!

Der Kurs des Schiffes wird neu ausgerichtet – die Initiative Zivilgesellschaft geht mit an Bord

(cooppa, Ilse Kleinschuster, 09.07.2018) Die Initiative Zivilgesellschaft ist eine Allianz nach vorne blickender zivilgesellschaftlicher Kräfte in Österreich, die sich seit zwölf Jahren bemüht, Kräfte zu bündeln, deren Anliegen gesellschaftspolitische Bereiche wie Freiheit und soziale Sicherheit, Umwelt und Klimaschutz, Bildung, Medienwandel und Demokratie sind. Unter dem Motto „Kräfte bündeln, Zukunft gestalten“ hat sich im Laufe der Zeit eine Vielfalt von Wirkungsfeldern ergeben.

Wesentliche Erfolge in Österreich gibt es in den Bereichen sozial-ökologische Tragfähigkeit/Zukunftsfähigkeit (Netzwerk Footprint, Zukunftsforum Systemwandel), Bedingungsloses Grundeinkommen (Runder Tisch Grundeinkommen), Neue Soziale Architektur (IG-Eurovision), Einführung dreistufiger Volksgesetzgebung (Volksgesetzgebung, jetzt!) und last not least die Initiative ‚Neue Geldordnung‘.

Bis vor zwei Jahren waren die einzelnen Initiativen in der zivilgesellschaftlichen Organisation gut untereinander in Verbindung, es wurde auf Freiwilligenbasis erledigt was zu erledigen war. Ein Vakuum entstand aber zunehmend was das Organisatorische (Konferenzen, Öffentlichkeitsarbeit) betrifft. Für den zeitlichen und ökonomischen Aufwand von und für Tätigkeiten, die notwendig sind, um so eine Organisation am Leben zu erhalten, fanden sich immer weniger Ressourcen. Um diesen Mangel zu beheben, versuchten es Mitglieder aus verschiedenen Initiativen in den letzten zwei Jahren mit Zusammenschlüssen weiterer Organisationen. So entwickelte sich das Wandelnetzwerk‘. Dies ist der Prozessname für eine gruppendynamische Organisation, die sich bei bisher zwei organisierten Treffen zu kreativem und innovativem Miteinander für eine friedliche Zukunft zu strukturieren begann.

3. Wandelnetzwerk-Plenum

Am 23. Juni traf sich eine kleine, aber feine Gruppe, bestehend aus Teilnehmenden an den zwei letzten Wandelnetzwerktreffen zu einem 3. Plenum mit Hansi Herzog im Häuserl „Am Himmel“ (so nennt sich ein Lokal im Wienerwald!), um über das weitere Vorgehen im Initiativen-Zivilgesellschaftlichem Wandel-Netzwerk rund um ein „Gutes Leben für alle“ zu beraten. Neue Strategien zu einem ‚Guten Leben‘ werden (Zufall!) also just an dem Tag, der heuer in Deutschland zum „Tag des Guten Lebens“ ausgerufen wurde, entwickelt.

Nach zahlreichen Gesprächen, neuen Ereignissen und langem hin und her hat sich Hansi Herzog (steiermark.gemeinsam.jetzt) und das sich „zum Angriff“ formierende Team (Art of Cooperation) entschlossen, den Wandelnetzwerk-Prozess in seiner derzeitigen Form einzustellen. Sinkendes Beteiligungsinteresse, warum auch immer, seien in erster Linie ihr Beweggrund.

Ausgangspunkt für die Gründung des Wandelnetzwerks waren letztlich Überlegungen rund um die Umgestaltung bzw. Auflösung der Initiative Zivilgesellschaft (IZ*). Dieses Netzwerk soll nun doch fortgeführt werden, um weiterhin als Anlaufstelle für einzelne zivilgesellschaftliche Organisationen zu dienen. Darüber hinaus gibt es ja auch das Bündnis für Gemeinnützigkeit für größere bzw. sozialwirtschaftlich orientierte Organisationen.

Das makers4humanity-Lab, welches zu Pfingsten in Deutschland stattfand, zeigte das große Interesse, ein Netzwerk für den gesamten deutschsprachigen Raum zu entwickeln. Zu dessen Aufbau wird zu Beginn jedoch weniger mit einzelnen Initiativen als vielmehr mit bestehenden Netzwerken & Infrastrukturprojekten zusammengearbeitet, um eine gute Basis für zukünftige „Themenmitglieder“ bieten zu können.

Es braucht also nicht noch ein Netzwerk – aber wie geht es weiter?

Stattdessen wollen sich Hansi Herzog und sein Team mit der in Gründung befindlichen Organisation Art of Cooperation als einem Fachinstitut für „wirkungsvolle Kooperation“ auf Forschung + Bildung & Beratung konzentrieren. Ziel ist, bestehende Netzwerke und Kooperationsprojekte zu unterstützen und sie langfristig so zu verbinden, dass daraus ein großes Gemeinsames entstehen kann.

Für all jene, die aufs Netzwerken eingestellt sind und sich auf große Treffen vorbereiten wollen, verweist Hansi Herzog auf den Kongress „bewusst gemeinsam leben“ im Herbst 2019, bei dem schon am 06. Oktober 2018 einen interner Workshop stattfinden wird. Aber auch in Wien und in der Ramsau wird es derartige Möglichkeiten geben.

So wurde also das 3. Plenum auf einen Tag gekürzt und sollte sozusagen als Abschlussfeier dienen. Ein Tag, an dem Rückblick, aber vor allem intensive Vorschau gehalten wurde – und so kam es sinnigerweise im ehemaligen Wienerwald-Schutzhaus zur ‚Metamorphose‘.

Wo Altes stirbt entsteht Neues – Die Entpuppung der Raupe zum Schmetterling!?!

‚Wir‘ (ein Plenum von ca. 10 engagierten Menschen) fanden nicht, dass erst Altes sterben muss, um Neues werden zu lassen – wir waren uns ziemlich einig, dass es jetzt zu unterstützen gilt, was schon da ist. Wir müssten nur besser kooperieren und dazu gehöre eben auch die Berücksichtigung wissenschaftlicher Erkenntnisse aus der relevanten Forschung. Diesbezüglich hat uns Hansi Herzog versichert, dass das Art of Cooperation-Team am Thema „wirkungsvolle Kooperation“ dranbleiben werde. (Wer immer in Kontakt bleiben will, möge dies auf Facebook tun – oder ein Email schicken, um auf den zukünftigen Newsletter-Verteiler zu kommen: hansi.herzog@gemeinsam.jetzt
Ende des Sommers soll eine Crowdfunding- Kampagne Online gehen, mit der jede(r) den Forschungsstart finanziell unterstützen könne.)

Ein strategisches Netzwerk in Richtung ‚öffentlich aktiv-werden‘ aufzubauen ist ein gemeinschaftlicher Lernprozess. Dazu gibt es schon einiges in der Literatur (z.B. UNA  VISION – Handbuch für Gutes Leben im Dorf). Sicher sind theoretische Anleitungen gut, aber wichtiger scheint uns, JETZT Prototypen in der Praxis zu schaffen. Das wollen wir auch tun!

Servicestelle oder vom Reden zum Handeln?

Um effizienter Kommunikation-, Information- und Infrastrukturbereitstellung leisten zu können, braucht es eine Servicestelle, so war sich die Gruppe einig. Hier wurde schon in den deutschsprachigen Ländern eine Art Co-Kreationsprozess in Gang gesetzt (Makers for Humanity – Hansi Herzog und Yasmin Dorfstetter können mehr darüber berichten – u.a. Wandel-IT).

Als Gründungsmitglied bei cooppa kann ich mir eine Art Sevice-/Info-Stelle sehr gut beim Mitgenossenschafter SERI untergebracht vorstellen. Angedacht wurde sie ja schon seit längerem, weil ja teils im Fehlen einer solchen Stelle das Scheitern der IZ geortet wurde. Harald J. Orthaber hat das in der letzten Vorstandssitzung der IZ angesprochen – leider haben sich dafür aber weder finanziell noch personal Ressourcen gefunden.

Die Schwierigkeit vom Reden zum Handeln zu kommen ist Eines – ein Anderes die weiten Ebenen der öffentlichen Aufmerksamkeit zu erreichen. Es gibt diesbezüglich schon Bemühungen – so plant Johannes Joey Auersperg (togehter42morrow) im September eine zweite Nachhaltigkeitkonferenz (GN3 GenerationenNachhaltigkeits-Konferenz, 14. – 16.September in der ARENA Wien). Eine Liste weiterer Aktivitäten aus dem Kreis der aktiven Wandelnetzwerker liegt bei! Ich hoffe wir sehen uns bald bei der einen oder anderen Veranstaltung!

Links:

Beitragsbild: Hansi Herzog

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