Nicht Mauern, sondern Brücken bauen

Die Wachstum im Wandel-Konferenz verknüpfte Nachhaltigkeits-Diskurse auf globaler, europäischer und nationaler Ebene

(cooppa, Manfred Ronzheimer, 24.11.2018) Wie bauen wir die nachhaltige Zukunft? Kein geringerer als Ban Ki-moon war es, der als ehemaliger Genera lsekretär der Vereinten Nationen die aktuelle Botschaft an die Weltpolitiker formulierte. In der heutigen Zeit sei es dringend geboten, statt abgrenzender Mauern des Nationalismus mehr denn je Brücken der internationalen Verständigung und Kooperation zu errichten, sagte Ban Ki-moon in seiner Key Note-Rede zum Auftakt der europäischen Nachhaltigkeits-Konferenz „Growth in Transition“ (Wachstum im Wandel) in Wien. Jeder im Saal verstand, dass die Botschaft auch an US-Präsident Trump gerichtet war, der weiter an seinem Wahlversprechen festhält, eine Mauer gegen illegale Einwanderung zwischen Mexiko und den USA zu aufzurichten.

Die Perspektive des seinerzeit höchsten Repräsentaten der UN-Völkergemeinschaft auf die heute entstandene schwierige Gemengelage nach dem „Glücksjahr“ 2015 für die Nachhaltige Entwicklung war nur eine von drei Ebenen, die die zweitägige Konferenz mit dem Titel „Europe’s Transformation: Where People Matter“ am 14. und 15. November 2018 im Austria Center Vienna direkt neben dem UN-Quartier charakterisierten. Thematischer Schwerpunkt war die Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele der UNO (SDGs) und des Pariser Klimaabkommens. Das Zusammentreffen von rund 700 ExpertInnen und Aktiven aus dem Sozial- und Umweltsektor sowie aus Wirtschaft und Politik war zugleich die 4. Konferenz der österreichischen Initiative „Wachstum im Wandel“, die – weil Österreich im laufenden Halbjahr die EU-Ratspräsidentschaft innehat (eu2018.at) – erstmals auch als europaweite Nachhaltigkeits-Konferenz mit Unterstützung und starker Repräsentanz durch die EU-Kommission ausgerichtet wurde.

Ranghohe Redner der Konferenz waren neben Ban Ki-moon, dem ehemaligen Generalsekretär der Vereinten Nationen und jetzigem Vorsitzenden des Rates des Global Green Growth Institute (GGGI), der Vizepräsident der Europäischen Kommission, Frans Timmermans, als Gastgeberin Österreichs Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus, Elisabeth Köstinger, sowie die niederländische Staatssektretärin für Infrastruktur und Wassermanagement, Stientje van Veldhoven. Herausragende Fachvorträge hielten der Vorsitzende der europäischen Umweltagentur, Hans Bruyninckx, die in Oxford und Cambridge lehrende Ökonomin und Nachhaltigkeitsexpertin Kate Raworth, die ihr Konzept der „Donut-Ökonomie“ vorstellte, ein Wirtschaftsmodell, das die Grenzen des Planeten respektiert und in dem der Mensch dennoch gut leben kann, sowie Tim Jackson, Professor für nachhaltige Entwicklung an der der Universität Surrey und Autor von „Wohlstand ohne Wachstum“. Das Thema Nachhaltigkeit auf nationaler Ebene behandelten unter anderem die Sozialforscherin und Armutsexpertin Michaela Moser, der Leiter des österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung, Christoph Badelt, sowie Willibald Cernko von der ERSTE Bank Group. Außerdem wurden in 20 Sessions und Workshops die Themenstellungen von „Wachstum im Wandel“ in kleinerem Rahmen tiefgreifender behandelt.

Erfolgreiche GründerInnen stellen ihre nachhaltigen Innovationsprojekte vor

Die Konferenz bot auch die Gelegenheit Best-Practice-Beispiele und ökoinnovative Ideen aus der ganzen Welt kennenzulernen. Erfolgreiche GründerInnen, wie Victoria Soelle von der Berliner DO School, Julian Paul Melchiorri aus Großbritannien (CEO Arborea), Reet Aus aus Estland (CEO Upmade), Nkemdilim Begho aus Nigeria (Managing Director Futuresoft), Rodrigo Aranda aus Spanien (CEO Sintala Design), und Michael Fassnauer, CEO von UBIMET Österreich, stellten ihre Visionen und Projekte vor.

Zu wichtigen Aussagen der drei Ebenen:

A) Globale Ebene

„Wir leben in Zeiten der Transformation“, stellte Ban Ki-moon zu Beginn seiner Ansprache unter dem Titel „Sustainable Development: The Pathway to the Future“ fest und zählte Beispiele technischer Fortschritte auf, die sich mit großer Geschwindigkeit verbreitet hätten. Möglich geworden sei dies durch Weltmärkte und Multilateralismus, die in seiner Zeit als UN-Generalsekretär mit der Verabschiedung der SDG im September 2015 einen Höhepunkt erreicht habe. „Es handelt sich um die weitreichendesten Ziele , die die Vereinten Nationen jemals formuliert haben“, sagte Ban.

In den letzten Jahren hätten sich aber Verzögerungen bei der Umsetzung der Ziele wie auch offene Widerstände einzelner Nationen – so gegen das Pariser Klimaabkommen von 2015 – eingestellt. Dagegen wolle er unter anderem mit seinem in Wien gegründeten Center for Global Citizens begegnen, das sich für eine fundierte Schulung von künftigen Staatslenkern und Führungspersönlichkeiten einsetzen wolle. Ban ist auch an der Strategie-Stabsstelle im Kanzleramt („Think Austria“) beteiligt, die am 14.11. ihre Tätigkeit aufnahm. Sie soll sich strategischen Themen widmen, die für die Entwicklung Österreichs wichtig sind.

Im Oktober hatte bereits auf Initiative der Niederlande in Den Haag eine neue internationale Klima-Kommission ihre Arbeit aufgenommen, die unter Vorsitz des früheren UNO-Generalsekretärs Ban Ki-moon einen Aktionsplan zum Schutz vor Klimaschäden vorstellte. „Uns läuft die Zeit davon“, betonte Ban mit Blick auf den Klimawandel. „Aber wir haben keinen Plan B, denn wir haben auch keinen Planeten B“.

Diese Einschätzung vertrat auch die österreichische Nachhaltigkeitsministerin Elisabeth Köstinger in ihrer Key-Note. „Wenn wir uns die Welt heute ansehen, dann sehen wir, dass wir an einem Scheideweg stehen, besonders im Bereich des Klimaschutzes“, sagte die Politikerin „Das ist mit Sicherheit die größte Herausforderung unserer Zeit.“

Weil das Pariser Klimaabkommen „die zentrale Säule im Klimaschutz“ darstelle, komme auch den im Dezember anstehenden Verhandlungen bei der UN-Weltklimakonferenz in Katowice große Bedeutung bei. „Dort wird sich zeigen, was die Beschlüsse von Paris wert sind“, sagte Köstinger. Die Ministerin brachte ihre Besorgnis zum Ausdruck, dass es in der internationalen Staatengemeinschaft eine immer größere Gruppe an kritischen Staaten gebe, für die der Klimaschutz keine übergeordnete Bedeutung mehr besitze. „Wir müssen hier an Lösungen arbeiten, um diese Staaten wieder zurück ins Boot zu holen, denn alleine kann Europa zwar Vorreiter, aber nicht Retter des globalen Klimas sein“, erklärte Köstinger.

Abschließend betonte die Nachhaltigkeitsministerin, dass die Ausrichtung dieser Konferenz, in Zusammenarbeit mit Ban Ki-Moon, für Österreich „eine wirklich große Ehre“ sei. so Köstinger; „Wir positionieren uns damit auch in der globalen Wahrnehmung sehr stark in diesem Themenfeld.“

B) Die europäische Ebene

Wissenschaft und Forschung müssen die „grand challenges“, die für die Zukunft des Planeten entscheidend sind, ständig im Blick behalten und Lösungen entwickeln. Das war die Botschaft von Wolfgang Burtscher, Generaldirektor für Forschung und Innovation in der Brüsseler EU-Kommission. Diese Ausrichtung auf die großen Herausforderungen, etwa zu Schutz der Gemeingüter wie der Atmosphäre oder den Weltmeeren, sei auch deshalb wichtig, weil nur so die Wissenschaft weiter die Akzeptanz und die Unterstützung von Seiten der Gesellschaft erhalte. „Wir brauchen darum auch mehr direkte Beteiligung von Bürgern an Forschungsprojekten“, sagte Burtscher.

Bei den Vorbereitungen für das nächste Forschungsrahmenprogramm „Horizon Europe“ spiele Sustainable Development eine große Rolle. Mitt 77 Mrd Euro seien rund 60 Prozent des Budgets für diese Themen vorgesehen.

In ihrer Funktion als aktuelle Ratsvorsitzende der europäischen Umweltminister kündigte Köstinger an, auf europäischer Ebene noch wichtige Dossiers bis zum Jahresende abschließen zu wollen. „Wenn wir eine finale Einigung über die CO2- Reduktion bei Neuwagen zwischen Parlament, Kommission und Mitgliedsstaaten zustande bringen, dann wäre das wirklich ein riesiger Erfolg in der europäischen Klimapolitik“, erklärte die Ministerin. Im Rahmen der „Wachstum im Wandel“-Konferenz wurden am zweiten Konferenztag in einem „Call to action“ 10 konkrete Vorschläge an die Europäische Kommission und die Mitgliedsstaaten als zentrale Handlungsaufforderungen formuliert. Darunter sind u.a. die Bedeutung der SDGs zu erhöhen, Eco-Innovation zu stärken, nachhaltige Finanzierungsinstrumente zu schaffen, Stakeholder in allen Handlungsfeldern besser einzubinden und die Wissensgesellschaft konkreter zu unterstützen. (siehe unten)

Die innovativsten Unternehmen Europas wurden im Rahmen der Konferenz für ihre Umweltaktivitäten mit dem „European Business Award For The Environment“ ausgezeichnet. Der Preis wurde von der Generaldirektion Umwelt der EU-Kommission in den Kategorien „Management“, „Product and Services“, „Process“, „Developing Country Cooperation“ und „Business and Biodiversity“ vergeben. Unter den Finalisten befanden sich auch zwei österreichische Betriebe: Die Zotter Schokoladen Manufaktur GmbH und die ecop Technologies GmbH, die hocheffiziente Rotationswärmepumpen entwickelt und erzeugt. Die Abendveranstaltung zur Verleihung am 14. November im Palais Niederösterreich wurde von der Europäischen Kommission, dem Amt der Niederösterreichischen Landesregierung und dem Österreichischen Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus organisiert.

Hans Bruyninckx, Direktor der Europäischen Umweltagentur, rief zu Geschlossenheit und internationaler Zusammenarbeit auf: „Es besteht dringender Handlungsbedarf, wir dürfen keine Zeit verlieren und nicht glauben, dass wir bereits alles uns Mögliche tun. Wir müssen über 2030 hinausdenken. Wir brauchen eine andere, starke Politik und eine grundlegende Transformation unserer Wirtschaftssysteme. Und wir sollten vor allem mit den jungen Menschen zusammenarbeiten.“

„Kämpft für den Multilateralismus“

Frans Timmermanns, der Erste Vize-Präsident der Europäischen Kommission, betonte in seiner frei gehaltenen Abschlussrede, dass die SDGs der Vereinten Nationen die einzige Zukunftsperspektive der Menschheit darstellten. Die UN werde aber derzeit bedroht und und in Frage gestellt. „Bitte kämpft für den Multilateralismus“, rief Timmenmanns aus. „Wir brauchen die Vereinten Nationen“.

Die Welt stehe am Beginn der 4. industriellen Revolution, die in der Konsequenz jeden Menschen erfassen werde. Zugleich würden erstmals die Grenzen des Planeten spürbar. Timmermanns zeichnete das Bild einer inklusiven Welt-Gesellschaft, in der der erwirtschaftete Reichtum gerechter verteilt werde, statt wie derzeit „nur wenige Reiche noch reicher“ zu machen.

Er sah tiefgreifende Veränderungen des privaten Wirtschaftssektors voraus, etwa durch die Energiewende und den Umstieg zur Circular Economy. „Keines der vor uns liegenden Probleme ist unlösbar“, war seine Meinung. Wichtig sei es, Wissenschaft und Rationalität zu Nutzen und mit Zuversicht und Freude über die Gestaltungsmöglichkeitn in die Zukunft zu blicken.

Bei seinen Bemerkungen zur Künstlichen Intelligenz wich Timmermanns selbst von seiner Empfehlung ab, indem er sich sehr besorgt äußerte. Die technische Entwicklung laufe sehr schnell ab, und wenn keine Vorkehrungen getroffen werden, könnten sich Maschinen mit eigenem Bewußtsein der Kontrolle durch den Menschen entziehen. „Das kann gewaltig schief gehen“, warnte der EU-Vize. „Der Umgang mit dieser neue Technologie muss jetzt absolute Priorität haben“, forderte Timmermanns.

Frans Timmermans nahm den Call to Action auf der Konferenz entgegen. Er sagte: „Wenn jeder als Europäer lebte, würden wir fast drei Planeten brauchen. Es ist klar, dass die große Herausforderung unserer Zeit darin besteht, die Art und Weise zu ändern, wie wir produzieren, konsumieren, arbeiten und leben. Niemand kann es sich leisten, ein ‚Freerider‘ zu sein, weil wir ja alle betroffen sind. Europa hat die Fähigkeiten, den Einfallsreichtum und den Mut, den Weg zu weisen. Und genau das sollten wir jetzt gemeinsam tun.“

C) Österreichische Ebene

Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka sagte zu Beginn der Konferenz, dass für die Transformation zu mehr Nachhaltigkeit ein ganzheitlicher Ansatz notwendig sei: „Nachhaltigkeitspolitik endet nicht bei der Umwelt- und Klimapolitik, sie betrifft alle Politik- und Lebensbereiche. Wir müssen die Menschen ansprechen, Zusammenhänge erklären, ihr Verständnis gewinnen. Das gelingt am besten, wenn wir möglichst alle Bürgerinnen und Bürger einbinden, vor allem auf der Ebene der Gemeinden.“

Sobotka äußerte sich im „Political Panel“ zu Fragen der gesellschaftlichen Entwicklung, dass ihm das „Auseinanderbrechen der Gesellschaft“ und das Anwachsen von „Verlustängsten“ Sorge bereitet. Immer mehr Menschen bewegten sich in ihren eigenen Communities der Information und Selbstbestätigung. Hier müsse Politik stärker das Zusammenhängende und das Zusammengehörigkeitsgefühl ansprechen. Partizipation sei dafür ein Schlüssel. „Wenn die Menschen nicht mehr gehört und mitgenommen werden, dann schaffen sie sich ihre eigene Welt“, sagte Sobotka. Wichtig sei aber auch die Betonung der Toleranz. „Es geht in der Nachhaltigkeit auch immer um das Akzepzieren der anderen Positionen“, betonte der Politiker.

Nachhaltigkeits-Ministerin Köstinger betonte, dass Österreich an seinen Klimazielen keine Abstriche mache. Konkret erklärte sie: „Wir wollen die Emissionen bis 2030 um 36 Prozent reduzieren, an diesem Ziel halten wir fest und werden alle Anstrengungen unternehmen, um es zu erreichen.“

Auch bei den SDGs solle das Engagement verstärkt werden. Derzeit liegt Österreich im internationalen Vergleich auf Platz 9, was die Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele angeht. Hier wolle Österreich noch in dieser Regierungsperiode einen Sprung nach vorne machen. „Ich habe mit Bundeskanzler Sebastian Kurz besprochen, dass wir weltweit unter die Top 5 bei der Umsetzung der SDGs kommen wollen“, erklärte Ministerin Köstinger.

Köstinger: „Ich bin sehr ermutigt durch die engagierte Diskussion“. Die Konfererenz habe erneut Impulse gesetzt, wie über wirtschaftliches Wachstum im Nachhaltigkeitskontext zu sprechen sei. So sei etwa für die Anzahl der Sozialunternehmen eindeutig ein Wachstum anzustreben. Das Ziel der Konferenz, einen Beitrag auf europäischer Ebene in dieser Richtung zu leisten, sei erfüllt worden. Auch für die künftigen WiW-Konferenzen wünschte sich Köstinger, „dass sie weiter wachsen werden“.

„Wir warten nicht auf die Zukunft, wir bauen sie auf!“

Die Konferenz beschloss am zweiten Tag einen handlungsleitenden Aktionsplan, den so genannten „Call to Action“, der sich an die EU-Kommision richtet.

Der Call to Action wurde von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Konferenz erarbeitet und fordert die Europäische Kommission und die Mitgliedsstaaten der EU dazu auf, sich mit relevanten Themen wie Dekarbonisierung, Kreislaufwirtschaft, nachhaltiger Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen, Eindämmung des Klimawandels und Digitalisierung zu befassen. Generationen schuldig sind. Der Call to Action schlägt weiters vor, Ökoinnovationen und eine nachhaltige Finanzwirtschaft zu fördern. Zudem sollen ein verstärkter Fokus auf die Nachhaltigkeitsforschung gelegt und das Bewusstsein für Nachhaltigkeitsthemen in der Bevölkerung erhöht werden, nicht zuletzt durch eine intensivere Kooperation mit den

Medien. Außerdem wird der Ausbau der Initiative „Wachstum im Wandel“ auf europäischer Ebene vorgeschlagen sowie die stärkere Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger bei der Gestaltung der nachhaltigen Zukunft der Europäischen Union.

Die Forderungen in Kurzfassung:

SUSTAINABLE DEVELOPMENT GOALS

Die „Sustainable Development Goals“ (SDGs) brauchen für die Implementation der Agenda 2030 einen soliden Rahmen von Indikatoren und Statistikdaten, um den Fortschritt zu messen und für die Stakeholder zurechenbar zu machen.

ÖKO-INNOVATION

Die Politik sollte innovative Geschäftsmodelle unterstützen, etwa durch Hilfen beim Markteintritt. Förderung verdienen Ansätze im Bereich der Kreislaufwirtschaft und gegen den Klimawandel. Die Bioökonomie kann den Einsatz von nachhaltigen natürlichen Ressourcen steigern.

NACHHALTIGES FINANZWESEN

Die Mobilisierung von privatem Kapital ist eine Schlüsselgröße für die Transformation. Die EU-Kommission sollte in diesem Bereich an den ehrgeizigen Zielen festhalten, die zur Nachhaltigkeits-Finanzierung im Pariser Klima-Abkommen angelegt sind.

DEMOKRATIE

Die Bürger sollten in den EU wie in den Mitgliedsstaaten stärker am Transformationprozess zur Nachhaltigkeit beteiligt werden. Dies gilt vor allem für relevante Themen wie Dekarbonisierung, Kreislaufwirtschaft, das nachhaltige Management von natürlichen Resourcen, Anpassung an den Klimawandel sowie Digitalisierung.

FORSCHUNGSFINANZIERUNG

Die SDG sind als politische Ziele zwar anerkannt, aber es fehlt an Wissen, wie ihre erfolgreiche Umsetzung gelingen kann. Dies betrifft Synergien und Reibungen zwischen den einzelnen SDG und ihren Unterzielen. Mehr empirische Forschung wird auch für die ökologischen und wirtschaftlichen Auswirkungen neuer Trends benötigt, etwa auf den Feldern kollaborativer Konsum, neue Dienstleistungsmodelle oder Bioökonomie.

EIN MUSEUM FÜR NACHHALTIGKEIT

Um Nachhaltigkeit besser sichtbar zu machen, wird die Gründung eines Museums (oder Labor/Fabrik) für Nachhaltigkeit vorgeschlagen. Dieser Ort sollte kreative, kommunikative und reflektive Räume enthalten, die offen genutzt werden können. Hier soll Nachhaltigkeit „zum Anfassen“ erfahrbar sein.

TRANSFORMATION IN DEN MEDIEN

Die Berichterstattung über Herausforderungen der Nachhaltigkeit und positive Lösungen hat Potenzial zur Verbesserung. Statt die Medien deswegen zu kritisieren, sollte deren Funktionslogik besser verstanden und die Botschaften der Nachhaltigkeit in verständlichere Rahmungen gebracht werden, die auch ihre Relevanz betonen.

WISSENSBASIERTE GESELLSCHAFT

In einer wissensbasierten Gesellschaft sind nicht mehr materielle Güter der Generator von Wohlstand, sondern immaterielle Güter wie Wissen und Ideen. Beides, die Befriedigung von Konsumbedürfnissen wie auch das Erreichen unternehmerischer Ziele, wird möglich. Dies verlangt neue Rahmenbedingungen und die Bereitschaft der Akteure, sie zu akzeptieren.

INTERNATIONALISIERUNG

Die Initiative „Wachstum im Wandel“ wird als eine wirkungsvolle Plattform angesehen, um Instrumente der Cross-over-Umsetzung der SDGs zu erkunden und zu diskutieren. Wünschenswert ist Ausweitung der Plattform auf die europäische Ebene.

Foto: (c) Jana Madzigon / Wachstum im Wandel

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