Konzept zu einer Verkehrswende für St. Pölten

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Vorschläge aus der Zivilgesellschaft für den Weg zu einer Klimahauptstadt

(cooppa, 30.06.2021, Franz Skala) Aus der Bewerbung der Stadt St. Pölten als Kulturhauptstadt Europas für 2024 hat sich die Idee zu einer Klimahauptstadt entwickelt. Die einzige weiter wachsende Ursache der Klimakrise sind Emissionen aus dem Verkehr, überwiegend von Autos. Nachdem sich bisherige Lösungsansätze durch technologische Verbesserungen der Effizienz als unwirksam erwiesen haben und die Erfolgsaussichten durch den propagierten Umstieg auf Elektroautos umstritten sind, ist ein grundsätzliches Umdenken erforderlich: gefragt ist eine Verkehrswende, die nicht nur wirksam gegen die Erderwärmung ist und für ein gutes Stadtklima sorgt, sondern die Stadt auch lebenswerter macht.

Die Zivilgesellschaft stellt Ihre Vorschläge dazu in einem Offenen Brief vor: Aufbruchstimmung in St. Pölten:
Mit zukunftsgewandter Mobilität in Richtung Europäischer Klimahauptstadt“

Darin wird auf die aktuellen Ausbaupläne der Straßeninfrastruktur rund um das Projekt S34 eingegangen, das eindeutig nicht mit dem Ziel einer Klimaneutralität vereinbar ist, sondern die Probleme noch verschärft. Stattdessen wird ein Ausbau des klimaverträglichen Verkehrs (Regionalstadtbahn, barrierefreie Geh- und Radwege) verbunden mit einer geeigneten Siedungsentwicklung verlangt – unter dem Motto: Auf Schiene, entlang von Lebensraumachsen, auf Radschnellwegen und mit einer intakten regionalen Kreislaufwirtschaft gelingt unser Aufbruch zur Klimahauptstadt St. Pölten.

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Mehr Information unter: Klimahauptstadt 2024, Europas Modellstadt für eine menschen-, umwelt- und klimagerechte Welt.

Bis zu einem Umdenken im Sinne des Offenen Briefes sind noch große Anstrengungen erforderlich, denn in der Politik wird zwar von einer Förderung des Öffentlichen Verkehrs gesprochen, in der Umsetzung hat aber der Bau von Stadtautobahnen (Schnellstraßen genannt) noch immer Priorität. Die Notwendigkeit der S34 in St. Pölten als aufwändige Umfahrung wird beispielsweise damit begründet, dass durch eine Verlagerung dorthin der Autoverkehr auf der hochbelasteten Bundesstraße B 20 reduziert und die Lebensqualität in den Ortsteilen entlang der B 20 verbessert werden soll. Für diese wie Erfahrungen zeigen eher kurzfristige Entlastung wird die Durchschneidung und Schädigung des wertvollen Landwirtschafts- und Naherholungsgebietes in der Gemeinde hingenommen.

Aufruf zu den Verkehrswendetagen

Die Situation beim Ausbau der Verkehrsinfrastruktur ist in vielen Städten ähnlich problematisch wie in St. Pölten. So versuchen auch Initiativen in Linz seit Jahren vergeblich, den beschlossenen kurzfristigen Bau von weiteren Stadtautobahnen (Westring) zu verhindern, während der Ausbau des Schienennahverkehrs nur sehr langfristig geplant ist. In Wien wird am Bau des Lobautunnels unter einem Naturschutzgebiet festgehalten, in Wiener Neustadt an der Ost“Umfahrung“. Alle diese Projekte erhöhen nur die Abhängigkeit vom Auto und die Treibhausgasemissionen.

Mit dem Ziel, diese Verkehrspolitik zu ändern, haben die beteiligten Initiativen im Rahmen der Verkehrswendetage 2021 einen Aufruf formuliert: „Verkehrswende jetzt! Ebnen wir zukunftsfähiger und gesunder Mobilität statt fossilen Großprojekten endlich den Weg!“

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Petition gegen weiteren Straßenausbau

Um den noch immer vorrangig betriebenen Ausbau des schon sehr dichten Straßennetzes zu verhindern, wurde auch eine Petition gestartet: Stopp Straßenbau“

Diese fordert die Politik auf, zum Schutz der Bevölkerung vor Gesundheitsrisiken zufolge straßenverkehrsbedingter Umweltgifte in Luft, Boden und Wasser den weiteren Straßenausbau zu beenden.

Jede Unterschrift für die Petition ist ein Beitrag zur Verkehrswende, für deren Notwendigkeit es viele gute Gründe gibt: die seit Jahrzehnten gepflogene autogerechte Verkehrs- und Siedungsentwicklung mit immer längeren Wegen, mehr Autos, Energieverbrauch, Schadstoffemissionen, Bodenversiegelung wurde als nicht zukunftsfähig erkannt. Die Alternative mit kurzen Wegen zu Fuß, mit Rad und Bahn spart nicht nur Energie und versiegelt weniger Flächen, sondern macht Städte auch lebenswerter, schützt die Gesundheit und wirkt gegen die Klimakrise.

Link zur Unterstützung: https://www.verkehrswende.at/stopp_strassenbau/

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