Auf dem Weg zu einer göttlichen Genossenschaft – das Outing einer Modemacherin. Ein Videointerview.

 

(cooppa, Fritz Hinterberger, 12.07.2017) Das Mode-Label „Göttin des Glücks“ braucht Geld. Weil sie weder reiche Eltern haben und Banken gleichzeitig immer restriktiver werden mit ihrer Kreditvergabe, wendet sich Lisa Muhr gemeinsam mit ihrem Geschäftspartner Igor Šapic an die Crowd. „Wir brauchen noch ein bis zwei Jahre, um den Break-Even Point, zu erreichen, also in die Gewinnzone zu kommen“, sagt Lisa Muhr im cooppa-Interview, das wir hier in Wort und im bewegen Bild wiedergeben. Die neue „göttliche Genossenschaft“ befindet sich gerade in Gründung und sucht Menschen, die sich mit jeweils 100 oder mehr Euro an dem Unternehmen beteiligen. Zum Einstieg gibt es Warengutscheine als Anreiz.

 

Interview mit Lisa Muhr

Wir machen seit 10 Jahren Aufbauarbeit in der Fair Fashion. Wir begannen zu einem Zeitpunkt, an dem Fair Fashion in Österreich noch nicht einmal ein Name war. Wir versuchen seit 10 Jahren, dieses Thema aufzubereiten, daran zu arbeiten und haben einen großen Beitrag dazu geleistet, dass das Thema überhaupt so in die Öffentlichkeit gelangt ist und allgemein bekannt geworden ist. Wir sind mit dieser Aufbauarbeit noch lange nicht fertig. In der Mode ist es hardcore, faire Mode zu machen, weil die Bedingungen ganz andere sind. Die Produktionskosten sind höher, die Gewinnspannen geringer, man braucht für alles wesentlich länger, man muss beharrlicher und geduldiger sein in einer fairen, transparenten Wirtschaft. Deshalb haben wir es weitaus schwieriger, in die gesunde Größen zu kommen und am Markt bestehen zu können. Die wirklich guten Dinge und Projekte brauchen wesentlich länger  und mehr Unterstützung um zu reifen und zu werden, als die schnellen, lauten, rücksichtslosen Dinge. Aber wenn die guten Dinge dann stehen und blühen, dann haben sie die Kraft, andere mitzunehmen. Das ist unsere Aufgabe, diese Pionierleistung  zu tun. Zu zeigen, dass wir überleben können, andere mitnehmen können, dass wir mit unserer Tätigkeit Veränderung schaffen können. Mein Herzenswunsch ist, dass wir das in Zukunft weiter tun können.

Was habt ihr mit der Crowdfunding Kampagne vor?

Wir wollen eine göttliche Genossenschaft gründen. Wir haben einige Projekte, die wir gerne über die Genossenschaft finanzieren würden. Wir brauchen noch 1-2 Jahre, um den Break-Even-Point zu erreichen und sind mit unserem Unternehmen nach wie vor im Aufbau. Es ist in der Modebranche gar nicht so einfach. Vor allem wenn man 100 Prozent, sozial, ökologisch, fair und transparent arbeiten möchte, hat man höhere Produktionskosten und eine geringere Gewinnspanne. Der ganze Prozess, um in eine gesunde ökonomische Größe zu kommen, dauert wesentlich länger, und da sind wir erst in 1-2 Jahren. Gleichzeitig haben wir jedoch große Projekte vor, wir wollen beispielsweise in die Sortimentsvielfalt investieren, das heißt neben unserer Fair Trade Arbeit mit der Biobaumwolle auch regionale Produktionspartnerschaften stärken, mit regionalen Materialien arbeiten. Und wir wollen vertriebsmäßig Franchise aufbauen, so dass die Genossenschaft Franchise-Geberin wird und wir im deutschsprachigen Raum gemeinsam mit unseren zukünftigen Franchise-Nehmerinnen das Konzept der Göttin des Glücks, Fair Fashion,  multiplizieren. Das sind die Dinge, die wir in der Genossenschaft finanzieren, aufbauen und realisieren wollen.

Was genau sucht ihr, um wie viel Geld geht es?

Als Minimum haben wir 200 000 Euro definiert.  Wenn diese Schwelle erreicht wird, gründen wir die Genossenschaft. Das ist jedoch ein Minimum, es wäre gut, auf eine größere Summe von 300 000-400 000 Euro zu kommen, um Rücklagen bilden und die Projekte „Sortimentsvielfalt und „Franchise“ solide entwickeln zu können. Sortimentsvielfalt geht nicht von heute auf morgen, da muss man viel vorinvestieren, Produktionspartnerschaften aufbauen  und es wird eine personalintensive Zeit.  Bis durch diese Vielfalt dann die Umsätze steigen und sich das alles einspielt, das dauert.  Da wären wir mit der höheren Summe auf der sicheren Seite, denn Unvorhergesehenes kann immer kommen, das mussten wir in den letzten Jahren erfahren. Wenn man dann keine Rücklagen hat, tut man sich wesentlich schwerer.

Wen sprecht ihr an?

Wir sprechen all die Menschen an, die unsere Arbeit unterstützen wollen. Kund*Innen, Produktionspartner*Innen, befreundete Unternehmen aus dem nachhaltigen Netzwerk, Privatpersonen, Menschen, die daran Interesse haben, dass wir unsere Arbeit weiter führen, dass wir in der Fair Fashion weiterhin Pionierarbeit leisten, dass wir regionale Produktion aufbauen, dass wir politische Arbeit machen, dass wir versuchen, mit anderen Unterhemen und Bewegungen der Gemeinwohlökonomie an die Politik heranzutreten und die Rahmenbedingungen für faires Wirtschaften zu ändern. Diese Community, alle Steakholdergruppen wollen wir damit ansprechen, um in dieser Gemeinschaft unsere Arbeit fortsetzen zu können.

Wie kann ich euch unterstützen,  wohin kann ich mein Geld überweisen?

Man kann das auf verschiedene Arten tun. Wir sind auf https://crowdcoopfunding.at/ Da kann man Anteile zeichnen, findet Zeichnungsformulare, Rücktrittsformulare, Beitrittserklärungen und alle anderen Formulare. Diese kann man downloaden, unterschreiben, einscannen und mit Lichtbildausweis-Scan an meine Mailadresse schicken. Oder man bekommt die Broschüre, (die gerade gedruckt wird), die dann in all unseren Geschäften aufliegen wird, da ist ebenfalls das Formular drin, das man wieder per Post schickt oder direkt ins Geschäft bringt.

 

Ein Gedanke zu „Auf dem Weg zu einer göttlichen Genossenschaft – das Outing einer Modemacherin. Ein Videointerview.

  • 21. Oktober 2018 um 0:09
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